Was ist PDA (Pathological Demand Avoidance)?

PDA ist ein Verhaltensprofil, das hauptsächlich mit Autimus-Spektrum-Störungen und ADHS in Verbindung gebracht wird. Es ist derzeit in Deutschland noch nicht als eigenständige Diagnose klassifiziert.

Das Verhalten und Erleben von Kindern mit PDA ist gekennzeichnet durch

  • große Anspannung bei Konfrontation mit tatsächlichen oder vermeintlichen Anforderungen, sowie eine Intoleranz gegenüber empfundener Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit

  • eine extreme Vermeidung von Anforderungen und Erwartungen

  • ein tiefes Bedürfnis nach Kontrolle und Autonomie, sowie nach Kontakt auf Augenhöhe mit Erwachsenen


Viele Fachleute im deutschsprachigen Raum kennen sich noch kaum mit PDA aus und können die beobachtbaren Symptome nicht eindeutig zuordnen.
Gleichzeitig erreichen uns vermehrt Informationen aus dem englischsprachigen Raum und viele Eltern finden ihre Kinder in der Beschreibung von PDA wieder, oft nach bereits langen Wegen über Fachstellen und Diagnostiken.

Der aktuelle Stand der Forschung zu PDA kann weder eine gesicherte Aussage zu den Ursachen von PDA treffen, noch herrscht Einigkeit darüber, ob es sich um einen eigenständigen Symptomkomplex handelt oder um ein im Rahmen anderer Neurodivergenzen auftretendes Verhalten.

Ein verbreiteter Erklärungsansatz ist der eines hoch-sensitiven Nervensystems, das kaum in der Lage ist, Stress zu kompensieren, und das bei Überforderung extreme Reaktionen auslöst.
Anforderungen, Erwartungen und Autoritäten können als Gefahren interpretiert werden, denen es sich entziehen, oder gegen die es kämpfen muss.

Das Streben nach Kontrolle und Autonomie sind entsprechend der Versuch, ein als andauernd unsicher wahrgenommenes Leben und die Beziehungen zu Mitmenschen “in den Griff” zu bekommen: sie kontrollierbar, einschätzbar, und damit weniger gefährlich zu machen.

Wie äußert sich PDA im Alltag?

Die folgende Übersicht soll Anhaltspunkte geben, welche Symptome sich im Alltag zeigen können.
Nicht alles muss zutreffen, die genannten Symptome treten nicht nur bei einem PDA-Profil auf, und die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Sie ersetzt keine Diagnostik.

  • Schwierigkeiten mit der Reizverarbeitung,
    z.B. anhaltendes Schreien bei Babys oder Meltdowns/emotionale Ausbrüche bei älteren Kindern, v.a. nach Situationen an denen mehr als die engsten Bezugspersonen beteiligt waren

  • Bedürfnis nach Kontrolle,
    z.B. immer informiert sein wollen was warum passiert, bestimmen was wie gespielt/getan wird, bestimmte Wörter verbieten

  • Bedürfnis nach Autonomie und nach Anerkennung dieser durch Erwachsene,
    z.B. vehementes Äußern der eigenen Vorstellungen und Wünsche, Verhandeln und Diskutieren, “gehört werden wollen"

  • eine extreme Vermeidung von Anforderungen,
    auch solcher, die eigentlich als angenehm erlebt werden, auch impliziter / unausgesprochener, auch vermuteter / befürchteter, im Extremfall auch von Grundbedürfnissen wie Essen, Schlafen, Harndrang

  • heftige Reaktionen auf den Verlust von Kontrolle oder Autonomie,
    z.B. Schreien, Weinen, Schimpfen, körperliche Angriffe auf Personen oder Gegenstände, Verstecken, Selbstverletzung, Erstarrung, extreme Erschöpfung

  • eine oft hohe Fähigkeit zur Anpassung, im Sinne des Versteckens der eigenen Not,
    z.B. durch das Imitieren sozial-angepassten Verhaltens (u.U. ohne es aber in der Tiefe begreifen zu können), durch permanentes Überschreiten der eigenen Grenzen und Leistungsfähigkeit, und in der Regel außerhalb des Zuhauses.

 
 

Meine Angebote im Überblick

  • Beratung für Eltern zum Verständnis von und Umgang mit PDA

  • Beratung von Schulen, KiTas, Schulbegleitern/Integrationskräften

  • therapeutische Begleitung von Kindern mit PDA

  • Unterstützung bei der Beantragung eines Pflegegrads

  • Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Diagnostik - v.a. sinnvoll bei stark maskierenden/sich anpassenden Kindern